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ELIZAVETA KONOVALOVA

Artist in Residence


Bereits seit August ist Elizaveta Konovalova in der Fundaziun Nairs Artist in Residence.


Die 1986 in Moskau geborene Künstlerin ist eine scharfsinnige Beobachterin. In ihrer Arbeit spiegeln sich denn auch Poesie und Gedankenexperiment wider. Auf verblüffende Weise versucht sie die Klarheit alltäglicher Dinge zu verwischen und zu hinterfragen. Seit ihrem Studium an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux Arts in Paris lebt und arbeitet die Künstlerin in Paris.

 

Ob blassfarbene Stoffarrangements, vergängliche Schneebilder bei minus 30 Grad auf Moskauer Gehsteigen oder die Untersuchung einer Anomalie in russischem Knabbergebäck, ihre Werke sind als eine Art plastische Reaktion auf eine Umgebung, ein Objekt oder eine Situation zu begreifen.


Dies zeigte sich auch in den Arbeiten, die während ihres Aufenthaltes in der faszinierenden Atmosphäre von Nairs entstanden sind. Seien es die täglich gemachten Fotos vom immer wieder farblich changierenden Inn, der an Scuol vorbei fliesst und aus denen ein Buch werden soll, seien es die von Konovalova Tag für Tag mit Bleistift schraffierten Wände des ehemaligen Thermalbads, die den Berg, über den nie die Sonne kommt, körperlich spürbar machen oder ihre Fotografien von Eisenfigürchen, die als Riegel für Fensterläden verwendet werden und deren Vergänglichkeit beinahe mit den Händen greifbar wird - all dies eine Auseinandersetzung mit der sie mittelbar umgebenden Welt.   


Culturescapes, 2012

Elizaveta Konovalova ist keine Konzeptkünstlerin, sondern eher eine „Kontextkünstlerin“.


Sie geht nie von einer „vorgefassten“ Idee aus, sondern reagiert auf einen Ort oder eine Geschichte, mit denen sie konfrontiert wird, oder entwickelt ein Projekt, das auf einer alltäglichen Beobachtung basiert, oder auch auf einer Hypothese, die sie im „Feldversuch“ verifiziert.


So inspirieren sie die winterlichen Moskauer Straßen mit ihren schmutzigen Schneehaufen zu einer ephemeren Installation, für die sie Schnee verschiedener Farb-Gradierungen zu einer abstrakt-konkreten Skulptur verarbeitet hat. Dabei bietet sie dem Betrachter mehrere Interpretationsschichten.


Beim Obstkauf im Supermarkt stellt sie sich eines Tages die Frage, ob es möglich ist, ausgehend von diesen „sterilen“ Verpackungen neue Obstbäume zu produzieren. Nach den positiven Ergebnissen einiger Pflanzversuche, konzipiert sie verschiedene Installationen  mit ihren „hausgemachten Obstplantagen“.


Während einer Künstlerresidenz im Engadin stellt sie fest, dass der Inn, der durch das Dorf fließt, unaufhörlich die Farbe wechselt, von hellem Blau über eisiges Grau bis zu schlammigem Braun. Sie entschließt sich, drei Wochen lang täglich zur gleichen Zeit und am selben Ort das Inn-Wasser zu fotografieren. Dieses „Inn-Tagebuch“ veröffentlicht sie in einem Künstlerbuch mit insgesamt 1180 Seiten.


Elizaveta Konovalova bedient sich der unterschiedlichsten Medien: Installation, Skulptur-Objekt, Fotografie, Buch, Zeichnung, Video, je nach den Erfordernissen des jeweiligen Projekts.