ELISABETH S. CLARKElisabeth_S._CLARK_D.html
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Bücher – Aktionen und Performances


Das Buch, das Objekt und sein Inhalt, sowie die Lektüre, sind Grundelemente der Arbeit von Elisabeth S. Clark.


Book Concerto in One Act - Performance


In ihren Buch-Konzerten in einem Akt wählt die Künstlerin ein Buch aus und eine der Textseitenzahl entsprechende Anzahl von « Lesern ». Diese sind während der Performance wie ein Chor oder ein Orchester vor dem Dirigenten (der Künstlerin) platziert und lesen lautlos eine Seite des Buches. Die Lektüre eines ganzen Buches nimmt so weniger als fünf Minuten in Anspruch.

Clark hat solche Performances z.B. im Stammhaus des britischen Taschenbuchverlags Penguin Books realisiert (zum 75. Geburtstag des Verlags 2010, unter Mitwirkung von 75 Verlagsangestellten), sowie im Pariser Palais de Tokyo (2010), wo 34 Personen einen Text des Verlags Minuit gelesen haben.


Variante :


Book Concerto (for 45 voices) – Ton-Installation, 2010


Aufnahme von 45 Stimmen, die 45 Bücher des Penguin-Verlags lesen. Wiedergabe über 5 : 1 Digital Dolby Surround in einem leeren Auditorium.


Today I turned a Library of Books Inside out - Aktionen


Seit mehreren Jahren interveniert Elisabeth S. Clark « spontan » in Buchhandlungen und Bibliotheken, wo sie die Bücher in den Regalen Rücken zur Wand dreht, sodass der Besucher sich vor anonymen Büchern wieder findet, da die Namen der Autoren und die Buchtitel nicht mehr sichtbar sind.


Between Words - Performance


Ein Text setzt sich aus Wörtern und Zeichen (Komma, Punkt, Bindestrich, Semikolon, Fragezeichen, usw.) zusammen. Löscht man die Wörter, bleiben nur die Satzzeichen übrig, die der Partitur eines zeitgenössischen Musikstücks ähneln. Auf der Basis eines langen Gedichts des französischen Autors Raymond Roussel (« Eindrücke aus Afrika ») hat Clark eine Partitur ausschließlich mit den Satzzeichen des Textes erstellt, die schon mehrmals von einem Kammerorchester interpretiert wurde. Eine Vokalversion ist in Vorbereitung. Die Partitur wird ihrerseits zum Kunstwerk.


When I Buried the Book of Sand… - Aktion


Während eines Aufenthalts in Buenos Aires ist Elisabeth S. Clark zufällig auf eine der seltenen Erstausgaben von Jorge Luis Borges’ « Sandbuch » gestoßen .  Sie hat das Buch gekauft und auf ihre dreimonatige Reise durch Argentinien mitgenommen. In einer der trockensten Regionen der Welt, der Atacama-Wüste, hat sie beschlossen, das Buch im Wüstensand zu vergraben, in Anlehnung an das Sprichwort : « Der beste Ort, um ein Blatt zu verstecken, ist der Wald. »


When I buried the Book of Sand ...

Upon my first visit to Buenos Aires, I stumbled across a rare first edition of Jorge Luis Borges’ Book of Sand. I couldn’t resist purchasing it since I questioned whether I would ever see it again. It seemed the closest I would get to the disparate tome given that my quest across the dusty shelves of Argentina’s National Library had been eventually aban- doned in vain. My futilous search was not without measurable persistence however. Every cartouche was perused, every volume and interval between volume charted. But it appears it was truly misplaced. Perhaps it lies still in the shadows of the former basement. Or perhaps, it was lost in its move.

This “other” edition, a first furthermore, seemed the closest substitute for now. An honest exchange, transaction. I was travelling for three months. The book travelled with me, onwards outwards, quietly protrusive both in its physical and mental capabilities. I had placed it in the front pocket of my own (coincidentally) gray valise though I could no longer find the end page. And then one day, I reached a certain point. My rather fond acquisition (I must confess) would not last. It was time to part. Cited the driest desert in the world, the Atacama Desert stretched before me. It seemed a fitting place to bury it – or perhaps archive this seminal edition. I remembered reading once that the best place to hide a leaf was in the forest. I tried not to measure how far I walked or how deep I dug into the sand that day. But I do remember that it was far and the landscape abysmal. I never knew that sand had so many colours. Nor that the sun could stand so still. And so it became lost. Lost to the infinite grains of sand.




Zeit – Dauer – Licht – Ton


Elisabeth S. Clark beschäftigt sich immer wieder mit dem Begriff der Vergänglichkeit. Sie visualisiert ephemere oder zeitlich begrenzte Momente.


Alight – Raum-Intervention, 2010


Während einer zweitägigen Ausstellung der Arbeiten der Stipendiaten des Pavillons im Pariser Palais de Tokyo hat die Künstlerin ein 80 Meter langes Kabel in 3,50 Meter Höhe durch die gesamte Länge des Raums gezogen und daran Wunderkerzen angebracht. Ein Sprühfunke hat zweimal sechs Stunden lang die Strecke von einem zum anderen Ende des Raums zurück gelegt.


En un clin d’œil – Intervention im öffentlichen Raum, Paris, 31. Dezember 2008


Am 31. Dezember 2008 hat die letzte Minute des Jahres 61 statt 60 Sekunden gedauert. Diese « Schaltsekunde » wird von Zeit zu Zeit vom Pariser Observatorium und vom IERS (International Earth Rotation and Reference Systems Service) angesetzt, um die normierten Uhren der tatsächlichen « Weltzeit » anzupassen.

Für dieses relativ seltene Ereignis hat Elisabeth S. Clark mit dem Pariser Observatorium kooperiert, um diese zusätzliche Zeit sichtbar zu machen.  Auf die Fassade des Observatoriums hat sie eine digitale Uhr projiziert, die die letzte Minute des Jahres verlangsamt angezeigt hat.

Parallel dazu wurden im Stadtviertel um das Observatorium 368 Straßenlaternen eine Sekunde lang ausgeschaltet, um diesen « Zeitsprung » (un)sichtbar zu machen. Mit diesen beiden gleichzeitigen Aktionen hat Elisabeth S. Clark einen Moment  erzeugt, der nur einen « Augenblick » gedauert hat, und damit die Messung und die Perzeption der Zeit hinterfragt.


Twenty-five hour clock (the speed of) – Toninstallation, 2008


Und wenn die Zeit langsamer vergehen würde ?  Wenn wir in jeder Sekunde einen Sekundenbruchteil dazu gewinnen könnten ? Wenn unser Tageszyklus 25 statt 24 Stunden dauern würde ? Jüngere wissenschftliche Studien haben ergeben, dass unsere « biologische Uhr » tatsächlich eher einem 25-Stunden-Rhythmus entspricht.

Die Künstlerin hat ein Metronom auf diesen Rhythmus geeicht (+ 2,30 Minuten pro Stunde), sein Ticken aufgenommen und über Lautsprecher in einem geschlossenen Raum ausgestrahlt.


Into the air -  Toninstallation, 2011


In Anlehnung an die Wetterballons, mit denen die Meteorologen Windströme und Luftdruck messen, hat die Künstlerin einen Ballon mit einem Mobiltelefon ausgerüstet und mit Mozarts Requiem programmiert. Je höher der Ballon steigt, umso verzerrter werden die Töne empfangen, bis sie gänzlich verstummen.