CHARLES LE HYARICCharles_Le_HYARIC_D.html
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Zur Ausstellung in der Galerie Claudine Papillon


Erste Ausstellung, erster Wurf. Der 27-jährige Charles Le Hyaric ist ein sehr erfinderischer Material-Experimentierer. Mit schmutzigen und zerrissenen Leinwänden, einigen kleinen Naturresten, Spiegeln und Tonaufzeichnungen, erschafft er einen lunaren Garten. In Toilettenpapier findet er, wider Erwarten, Materie für vielschichtige goldbraune falsche Edelsteine. Mit Fundstücken aus den Ateliers der Pariser Kunstakademie, wo er noch Student ist, komponiert er eine Art Wandfreske zwischen Abstraktion und Geologie. Mit Mixturen aus Ölfarbe, Chlorwasser und anderen Flüssigkeiten, die er nicht verrät, produziert er Zeichnungen auf Papier, die an Gebirgsbäche, Moränen und Wüsten erinnern. Auch Hanffasern, Goldblätter und Honig dienen ihm als Material, weswegen seine Arbeiten mythologische und symbolische Assoziationen erzeugen, weit über den ersten Anblick, den das Auge erfasst, hinaus. Das Wort Metamorphose drängt sich auf, in Erinnerung an Ovid natürlich.


Philippe Dagen, in Le Monde, April 2015

Mythique Démocrite


Installation in situ in der Ecole des Beaux-Arts Paris, November 2014


Demokrit war einer der Begründer des Atomismus, Theorie, nach der das Universum nur aus Atomen im leeren Raum besteht. Zahlreiche Schriften zeugen von seinem Leben als Reisender, Naturwissenschaftler, Astrologe und Philosoph. Er schrieb unter anderem, dass die Wahrheit in der Tiefe liegt. Er hatte eine Vorliebe für die Bienen und ihren Nektar, vor seinem Tod äußerte er den Wunsch, dass sein Leichnam mit Honig bedeckt werde.


Die Installation von Charles Le Hyaric legt das Paradox zwischen Mythos und Materialismus offen, sie schafft die Verbindung zwischen dem, was man sieht, und dem, was man zu sehen glaubt, zwischen dem, was man fantasiert, verändert, sublimiert, und der physikalischen Realität der Materie, der « materiellen Seele » der Welt. 

Die (zerbrochenen) Spiegel am Boden eröffnen neue Räume, ober – und unterirdische, der « Himmel » aus bearbeiteten Leintüchern taucht uns in eine Zwischenwelt, zwischen Erde und Kosmos, dem unendlich Kleinen und dem unendlich Großen.

Lautsprecher strahlen Aufnahmen von elektromagnetischen Wellen, die Planeten unseres Sonnensystems aussenden, und vom Geräusch tektonischer Bewegungen der Erdkruste aus.

Ein kleiner Spalt in der hinteren Leintuchwand gibt den Blick auf die « Bestattung des Demokrit » frei, eine Katafalk-ähnliche Skulptur, die mit flüssigem Honig übergossen ist.


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